Sternwarte

An der südwestlichen Hauswand gibt es einen ehemaligen Schornstein. Auf diesem wurde mit Eisenbewehrungen ein 50x35cm Betonsockel gegossen. Darauf 2 Fertigbetonelemente für Schornsteine, welche wiederum Eisenbewehrungen tragen und m

it Beton aufgefüllt wurden. Diese quadratischen 35x35cm-Elemente ragen durch das 42° geneigte Tonziegeldach. Die Abdichtung wurde mit Blei und Kleber ausgeführt. Darauf wurde ein 40x40cm Betonelement von 25cm Höhe gegossen und ein 25cm Kunststoffrohr eingebracht. Alles wiederum mit Eisenbewehrung gesichert. Gesamthöhe über dem Dachfußboden 120 cm. Das Kunststoffrohr wurde mit Beton aufgefüllt und 4 rostfreie Gewindestäbe M12 für die Adaptation der Montierung eingelassen. Zentral in der Säule läuft ein 10cm Kunststoffrohr als Kabelkanal. Nördlich und südlich der Säule sind eine Ausstiegsluke und ein Klappfenster angebracht. Darunter auf dem Dach wurden Dachstufen aus Metall eingebaut, wie sie für die Schornsteinwartung üblich sind.

Montierung und Teleskop werden gegen Wettereinflüsse durch ein “Cabriodach” geschützt. Dazu wurden aus 8×6 Holzbohlen 3 U-förmige Bügel 2×2 m gefertigt. Diese sind auf dem Kopf stehend drehbar hintereinander gelagert, ähnlich der klassischen Abdeckung bei Cabrios. Darauf wurde 0,8 mm starke gewebeverstärkte weiße LKW-Plane gespannt. Dieses Dach ist innerhalb einer Minute komplett abklappbar, sodass der geöffnet zur Beobachtunggesamte Himmel für Beobachtungen zugänglich ist. Einschränkungen resultieren lediglich bis 50° von Nord bis Südost durch das Hausdach. Zum Schließen des Schutzdachs wird das Teleskop waagrecht Richtung Norden geparkt. Diese Schutzkonstruktion hat nun schon die Stürme des vergangenen Herbst/Winter mit bis zu 85 km/h ohne Beeinträchtigung überstanden.

Das 50 kg schwere Teleskop wird mit ein Auslegerkran und Motorwinde montiert bzw. abgenommen. Auf einem rollbaren Schlitten wird der Cassegrain durch das Dach-Klappfenster nach außen geschoben und dann vom Kran aufgenommen. Diese Prozedur ist nur für Wartungen oder im Notfall erforderlich. Auch bei schlechtem Wetter bleibt die Ausrüstung auf dem Dach. Die Kuppel ist gut belüftet und die Spiegel sind gegen die Gefahr der Taubildung klimatisiert.