Instrumente

Montierung

Die deutsche Montierung in der Dachsternwarte ist eine ASA DDM 85 XL. Diese Montierung wurde angeschafft, weil das neue Teleskop, der Cassegrain mit 40 cm Öffnung, die Belastbarkeit der bisher verwendeten 10Micron GM 2000 HPS überschreitet. Die ASA trägt bis zu 100 kg und wird von Torq-Motoren bewegt, welche ohne mechanische Getriebe arbeiten. Die Relativ-Encoder sorgen für eine Nachführgenauigkeit von unter 1 Bogensekunde ohne Autoguider.

Teleskope

Bisher habe ich zwei Refraktoren (Takahashi FS-60 CB und Williams FLT 110 benutzt und ein Spiegelteleskop Hypergraph 14″ f/9.

Nun hatte ich die Möglichkeit einen Cassegrain mit 40 cm Öffnung zu erwerben. Der entscheidende Vorteil ist weniger die 5 cm größere Öffnung, sondern die Primärfokus-Option, welche es erlaubt, neben der Brennweite von 400 cm einen zweiten Fokus bei 120 cm zu nutzen. Dessen Öffnungsverhältnis von 1:3 erlaubt wesentlich kürzere Belichtungszeiten. Um im Primärfokus auf einem Pixel die gleiche Anzahl Photonen zu sammeln, ist nur 1/11 der Belichtungszeit des Sekundärfokus notwendig. Ein gewisser Nachteil ist die geringere Auflösung von 1,5″/Pixel mit meiner Kamera.

Kamera

Die CCD-Kamera ist eine FLI ML 16803 b/w. Am Cassegrain im Primärfokus resultiert eine Pixelgröße von 1,55″ und ein Bildfeld von 105 x 105 Bogenminuten. Im Sekundärfokus beträgt die Pixelgröße 0,46″ und das Bildfeld 30 x 30 Bogenminuten.

Zur Belichtung in verschiedenen Spektralbereichen stehen 50 x 50 mm große Filter der Fa. Astrodon zur Verfügung. Es handelt sich um einen Luminanzfilter und photometrische Filter B, V und R aus dem Johnson-Satz. Außerdem stehen Schmalbandfilter für H alpha, [OIII] und SII zur Verfügung.

Für photometrische Beobachtungen steht eine Kamera SBIG ST-10 XME mit non-abg-Chip KAF 3200 ME und Filterrad zur Verfügung. Es ist mit Astrodon ugriz-Filtern des SLOAN-Sets bestückt.

PC und Software

Die Ausrüstung wird über einen PC  angesteuert. Es ist Windows 7 prof 64bit installiert. Die Kameras werden über USB angeschlossen und mit Maxim DL pro gesteuert. Die Software Autoslew und Sequence von Astrosysteme Austria steuert die Montierung und kann mit jedem Ascom-fähigen Planetariumsprogramm verbunden werden. Ich benutze TheSkyX und Cartes du Ciel. Der Sternwarten-PC kann mit der Software TeamViewer vom Handy, iPad bzw. einem beliebigen Internet-PC aus remote gesteuert werden.

Dies ist keine Spielerei. Bei guter Wetterlage kann ich die Ausrüstung ausgepackt lassen und z.B. eine Aufnahmeserie starten, wenn ich bei Dunkelwerden noch nicht zu Hause bin. Gelegentlich muss ich Bereitschaftsdienst nachts leisten und kann so trotzdem jede geeignete Nacht nutzen, auch wenn ich außer Haus bin. Es war vorher immer ärgerlich, wenn jegliches kleine Problem während einer unter Maxim DL programmierten Serie zu unbrauchbaren Ergebnissen führte. Nun kann ich auf solche Situationen sofort reagieren.

Zur Bildbearbeitung wird Pixinsight eingesetzt.